Synagoge Stendal: Unterschied zwischen den Versionen

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Die ehemalige Synagoge am Ostwall im altmärkischen Stendal wurde 1887 erbaut. Zuvor nutzte die jüdische Gemeinde für ihre Gottesdienste die Räume in Tangermünde. Bis zur Gründung der Synagogengemeinde 1928 gehörten die Stendaler weiterhin offiziell zu Tangermünde. Das Gebäude ist bis heute erhalten und wird als Wohnhaus genutzt. Bei der Einweihung 1887 berichtete das Altmärkische Intelligenz- und Leseblatt am 5. April, dass das „neue Gotteshaus […] von einem zierlich angelegten Gärtchen umgeben [ist und sich] schon äußerlich in seinem hellgrauen Anstrich recht schmuck [präsentiert], das Innere ist zwar einfach aber zweckentsprechlich eingerichtet; das Allerheilige [der Toraschrein] mit seinen goldgestickten, bordeauroten [sic] Sametdecken, seinen silbernen und bronzenen, im Kerzenlicht erstrahlenden Leuchtern und Kandelabern, dem Schmuck von Palmenbäumeb, dann der schöne Kronleuchter, über dem sich die blaue, mit silbernen Sternen übersäete Kuppel wölbt“. Im November 1938 wurde der Innenraum zerstört, das Gebäude selbst wurde von der Feuerwehr gelöscht. Nach 1945 wurde es kurzzeitig als Kindergarten genutzt, später als Wohnhaus. Es ist heute nicht mehr als Gotteshaus erkenntlich.

Version vom 24. Juni 2022, 10:14 Uhr


Die ehemalige Synagoge am Ostwall im altmärkischen Stendal wurde 1887 erbaut. Zuvor nutzte die jüdische Gemeinde für ihre Gottesdienste die Räume in Tangermünde. Bis zur Gründung der Synagogengemeinde 1928 gehörten die Stendaler weiterhin offiziell zu Tangermünde. Das Gebäude ist bis heute erhalten und wird als Wohnhaus genutzt. Bei der Einweihung 1887 berichtete das Altmärkische Intelligenz- und Leseblatt am 5. April, dass das „neue Gotteshaus […] von einem zierlich angelegten Gärtchen umgeben [ist und sich] schon äußerlich in seinem hellgrauen Anstrich recht schmuck [präsentiert], das Innere ist zwar einfach aber zweckentsprechlich eingerichtet; das Allerheilige [der Toraschrein] mit seinen goldgestickten, bordeauroten [sic] Sametdecken, seinen silbernen und bronzenen, im Kerzenlicht erstrahlenden Leuchtern und Kandelabern, dem Schmuck von Palmenbäumeb, dann der schöne Kronleuchter, über dem sich die blaue, mit silbernen Sternen übersäete Kuppel wölbt“. Im November 1938 wurde der Innenraum zerstört, das Gebäude selbst wurde von der Feuerwehr gelöscht. Nach 1945 wurde es kurzzeitig als Kindergarten genutzt, später als Wohnhaus. Es ist heute nicht mehr als Gotteshaus erkenntlich.

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